Spätburgunder
Pinot noir, Pino nero, Pignol (It.), Burgundac Crni (Jug.), Rounci (Tschechien), Kisburgundi Kék (Ung.), Pinot Tinto (Port.). Das Prädikat "König der Rotweine“ bringt am ehesten die mit dem Riesling vergleichbare Bedeutung des Blauen Spätburgunders nach Alter, Verbreitung und Ruhm des Weines zum Ausdruck. Er ist die wichtigste Qualitäts-Rotweinsorte des gemäßigten Klimas davon in der Pfalz (816 ha)Die den Wildreben Westeuropas nahe stehende Sorte kann bereits zur Zeit der Römer (Vitis allobrogica) ausgelesen und kultiviert worden sein. Karl der III. oder der Dicke (839-888) brachte ihn 884 von Burgund als "Clävner“ nach Bodman an den Bodensee. Vor 650 Jahren wurde er von den Mönchen des Klosters Eberbach als "Klebrot“ in den Rheingau geholt und die Ahr erreichte er nach Bronner ebenfalls aus Burgund. Seine alte Bezeichnung in Baden war Clevner (14. Jh.). Klassifiziert in Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz.
Der Wein ist tief rubinrot (Burgunderrot), manchmal von einem warmen Braunton durchstrahlt; fruchtige Säure, verbunden mit an Holzfaßlagerung erinnernde, für alle Burgunder Weine typische Note. Im Jungwein kann die Frucht an Brombeeren erinnern, im Alter gleicht sie mehr Nüssen mit einer zarten Bittre. Reife und Säure machen die Spätburgunder Weine lange haltbar. Sie passen zu kräftigen Braten, zu Wild oder Käse; fruchtige Weißherbste oder von Reife (Badisch Rotgold) oder von Frucht und Säure geprägte Rotlinge (SchillerWein) als Schoppen oder zu Vorspeisen, Terrinen, hellen Braten. Bemerkenswert sind die als Rotwein, Weißherbst oder weiß (blanc) erzeugten Schaumweine.
Qualitätsgruppen
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